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<title>Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht - Danke für die ausführliche und hervorragend recherchierte Antwort</title>
<link>https://dasgelbeforum.net/</link>
<description>yet another little forum</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Danke für die ausführliche und hervorragend recherchierte Antwort (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bin noch immer nicht durch, aber mein erstes zusammenfassendes Ergebnis:</p>
<p>Die heutigen Staatsformen haben nichts mehr mit der erfassbaren Realität zu tun.</p>
<p>Beispiel:</p>
<p><em>Wo bleibt da der <span style="color:#3c0;">private Kaufmann</span>? Der hat sein Risiko zu tragen und fertig.</em></p>
<p>Könnte ein Anfangsproblem sein.</p>
<p>Ich meine, wir kennen ja das Problem der Staatsverschuldung.<br />
Auf der ganzen Welt.</p>
<p>Gehe mal als &quot;<span style="color:#3c0;">privater Kaufmann</span>&quot; (oder Bürger) zu Deiner Hausbank und erkläre:</p>
<p>&quot;Dieses Jahr wird meine Neuverschuldung erfreulicherweise nicht so hoch ausfallen, wie letztes Jahr. Aber im nächsten Jahr brauche ich mehr Geld....&quot;</p>
<p>Wahrscheinlich wird der Filialleiter einen Krankenwagen bestellen und dann kommen ein paar freundliche Leute, und bringen etwas zum Anziehen. Knöpfe oder Reißverschluss hinten...</p>
<p>LG<br />
D-Marker (ungeimpft)</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 10 Nov 2024 21:16:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>D-Marker</dc:creator>
</item>
<item>
<title>… jenem universellen Instrument der Kommunikation und dauerhaften Darstellung von Sprache, als das wir sie heute kennen. (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo D-Marker</p>
<blockquote><p>Wir wollen, dass das Gelbe weiterkommt. </p>
</blockquote><p>Exakt. Dazu möchte ich zuerst auf dottores Darstellung zur Entstehung der Zeichensysteme zwecks Formulierung des Debitismus verweisen, wie sie in </p>
<p><span style="font-size:smaller;"><a href="https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=242638">https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=242638</a> <strong>Re: @dottore: Fragen zur Geldentstehung</strong> <em>verfasst von <strong>dottore</strong>, 18.12.2003, 17:31</em> </span> </p>
<p>zu finden ist. </p>
<p>~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~</p>
<p>→ Hi Galinai,</p>
<p>auf geht's.</p>
<blockquote><p>Ich habe nun in diesem Zusammenhang konkret folgende Fragen:<br />
1) Der von Ihnen genannte Herrscher &quot;A&quot; - aber auch die von Ihnen ebenfalls angeführten &quot;Machthalter&quot; B, C, D und E - sind konkrete Persönlichkeiten.</p>
</blockquote><p>Jawohl. Sie sind namentlich benannt und zwar in den ältesten Piktogrammen, die wir kennen, frühe Uruk-Zeit ca. 3400 BC. Dazu Nissen et al. in <em>Frühe Schrift und Techniken der Wirtschaftsverwaltung im Alten Vorderen Orient</em>:</p>
<p><span style="color:#f60;"><strong><em>Die Schrift ist zunächst als Kontrollinstrument wirtschaftlicher Vorgänge entstanden.</em></strong></span> <em><strong>Erst im Verlaufe des 3. Jtsd., als sie bereits ein hoher Grad an Komplexität erreicht hatte, wurde die Schrift zu …</strong></em></p>
<p><span style="color:#f60;"><strong><em>Ursprünglich war sie ausschließlich ein Instrument der Buchführung, eine 'Buchhalterschrift'. Soweit die überlieferten Tafeln der archaischen Periode nicht der Ausbildung der Schreiber dienten, <span class="underline">waren sie ausschließlich Verwaltungsdokumente</span> ... die Verwaltung des Getreides (stand) im Zentrum der Buchführung…. In der Ur-III-Periode erhielt die Buchführung über Leistungserwartungen und tatsächlich erbrachte Leistungen ihre entwickelte Form.... Zumeist ergab sich bei der Bilanzierung ein Fehlbetrag, denn die Leistungserwartungen lagen wohl an der Obergrenze dessen, was der <span class="underline">Aufseher</span> den ihm <span class="underline">unterstellten Arbeitskräften abverlangen konnte</span>... </em></strong></span></p>
<p><span style="color:#f60;"><strong><em>Voraussetzung für die Durchführung einer solchen globalen Bilanzierung aller Verpflichtungen und Leistungen war die <span class="underline">Standardisierung</span> und vorausschauende Berechenbarkeit der Leistungserwartungen und die Vergleichbarkeit der Leistungen …</em></strong></span></p>
<p><span style="color:#f60;"><strong><em>Es kann kein Zweifel bestehen, dass solche Normen in expliziter Form existiert haben und weitgehend <span class="underline">strikt eingehalten wurden</span>... Als Vergleichsmittel oder Maß <span class="underline">standardisierter Normen</span> und <span class="underline">Verpflichtungen</span> wurden je nach Wirtschaftssektor Silber, Gerste oder Fisch verwendet oder aber 'Arbeitertage'.... Die Fehlbeträge mussten offenbar <span class="underline">um jeden Preis beglichen werden</span>. Verstarb ein <span class="underline">Aufseher</span>, so wurde sein Nachlass herangezogen, die <span class="underline">Schuld</span> zu tilgen.</em></strong></span> (Ansonsten Schuldknechtschaft der restlichen Familienmitglieder).</p>
<blockquote><p>Ihre Entscheidungen, insbesondere die ursprüngliche und erstmalige &quot;Abgaben-Standardisierung&quot;-Anordnung von &quot;A&quot;, war daher nicht (wie in meinem von Ihnen so beredt übergangenen letzten Hayek-Posting ausgeführt,)</p>
</blockquote><p>Hayek entkommt mir schon nicht, keine Bange.</p>
<blockquote><p>eine evolutionär aus der Erfahrung Tausender oder Millionen von Einzel-Menschen hervorgegangene abstrakte Regel, sondern ein konkretes irgendwann und an einem konkret angebbaren Ort erlassenes Gesetz.</p>
</blockquote><p>Wozu ein Gesetz? Sie leben in einer Traumwelt. Der Machthaber bestimmt, was abzuliefern ist und fertig. Damit auch ganz klar ist, was bezogen auf welches Abgabengut zu liefern bzw. leisten ist, gibt es <strong>Zahlzeichen</strong>, die <span class="underline">nicht</span> Millionen von Einzelmenschen <em>entwickelt</em> haben, sondern der Machthaber festgelegt hat.</p>
<p>Nissen: &quot;Diese Systeme besitzen strikt gegeneinander abgegrenzte Verwendungsbereiche.&quot; Für Felder, Menschen, Tiere, Fisch, Geräte aus Holz, Getreide, Milch, Milchfett usw. Sehr schön an der Soll/Ist-Buchhaltung des <strong>Beamten KU SIM</strong> zu studieren. KU SIM trägt den Titel <em>sanga</em> (Leiter einer Tempel- oder Palastverwaltung).</p>
<p>Des Weiteren ist eine Abrechnung des Aufseher Lu-Schara erhalten, die auf das 2. Regierungsjahr des <strong>Herrschers</strong> Schu-Sin (ca. 2036 BC) datiert ist und die bereits in der späteren Keilschrift durchgeführt wurde.</p>
<blockquote><p>Es müßte somit historisch doch eruierbar sein, WER dieser &quot;A&quot; konkret war und WANN er diese Anordnungen konkret getroffen hat. (Wir haben schließlich sehr spezifische Überlieferungen selbst aus früh- und urgeschichtlicher Zeit über Gesetze. Da müßte sich doch auch - nicht nur so oder so interpretierbares allgemeines historisches Geschehen, sondern auch - ein konkreter Beleg für eine entsprechende einschlägige gesetzgeberische Maßnahme zu einer so gewichtigen Materie zitieren lassen. Ich bitte Sie, mir diesbezügliches Quell-Material mitzuteilen und zur Verfügung zu stellen. Das würde sicherlich nicht nur mich, sondern auch andere hier im Forum interessieren.)</p>
</blockquote><p>Nehmen wir die letzten Herrscher der ersten Dynastie der Provinz Lagasch mit Namen Lugalanda und Urukagina (ca. 2400 BC - ebenfalls noch in Piktogramm). Sie stellten ihren <em>Untertanen</em> (schönes Wort vom Meister Galiani selbst) Land zur Verfügung. Ein entsprechender Text schließt mit dem Vermerk, dass es sich um <em>Domänen des Herrschers</em> handelt. Das <em>Gesetz</em>, wonach Sie suchen, <strong>ist die SOLL-Stellung der Ablieferungen</strong>.</p>
<p>Da noch keine Schrift entwickelt war, hätte es auch keinen Gesetzes-<em>Text</em> geben können. Das Gesetz waren die vom jeweiligen Herrscher <strong>in den SOLL-Piktogrammen</strong> vorgegeben standardisierten Mengen mit den entsprechend von Herrscher vorgegebenen Standardisieren Maßen bzw. Massen (siehe <em>Zahlzeichen</em>).</p>
<p><strong>Von irgendwelchen <em>privaten</em> Wirtschaftstexten aus dieser Zeit findet sich nirgends eine Spur.</strong></p>
<blockquote><p>2) Chronologisch: Wie hat der Herrscher &quot;A&quot; es fertiggebracht, daß diese von ihm offenbar originär getroffenen Anordnungen nach seinem Tode weiter praktisch lückenlos und über Jahrtausende hinweg beachtet (und nicht von den Massen, denen diese Standardisierung der Abgaben in Form von &quot;Geld&quot; ja angabegemäß nur lästig war, <span class="underline">sofort wieder abgeschafft</span> wurde?</p>
</blockquote><p>Das Dynastie-Problem war den Herrschern durchaus geläufig, weshalb sie ja auch nach der Eroberung der Gebiete (vgl. Bernbeck, Übergang zur tributären Produktionsweise) entsprechend disponierten und <strong><em>frühdynastisch</em></strong> heißen.</p>
<blockquote><p>(Das konnte ja ebenfalls nur durch eine Erneuerung des ursprünglichen &quot;Gesetzes&quot; des &quot;A&quot; erfolgen; Können Sie uns eine solche Erneuerung des ursprünglichen &quot;Gesetzes&quot; des &quot;A&quot; aus der Antike oder Frühgeschichte nennen?)</p>
</blockquote><p>Nochmals: Ihnen schwebt ein fiktiver <em>Rechtsstaat</em> vor, von dem sich keinerlei Spuren finden. Was zu liefern und leisten war, wurde vom jeweiligen Machthaber festgelegt und fertig. Es gibt Darstellungen solcher Abgabenszenen ohne Ende, von ältesten hethitischen Ablieferungsplätzen über Persepolis bis hin zu Rollsiegeln in Massen: Überall thront der Herrscher und die Abgabenverpflichteten nähern sich ihm devot <strong>und liefern ab</strong>.</p>
<blockquote><p><br />
3) Geographisch: Wie hat der Herrscher &quot;A&quot; es ferner fertiggebracht, daß die ursprünglich und erstmals von ihm angeordnete &quot;Standardisierung der Abgaben&quot; in Form von &quot;Geld&quot; (woraus sich Ihren Worten zufolge ja die &quot;Geldentstehung&quot; erklärt) seither fast lückenlos von allen Staaten, Gesellschaften und Nationen auf der ganzen Welt - seien diese nun revolutionär (also von unten nach oben) oder traditionell gegründet und aufrechterhalten worden, und seien sie in allen anderen Belangen auch noch so verfeindet gewesen - sofern sie nur überhaupt Geld kannten, als sozusagen &quot;stehende Praxis&quot; gepflogen worden ist, ohne daß diese Praxis jemals von irgendjemandem nachhaltig geändert worden wäre?</p>
</blockquote><p>Die Abgaben wurden zunächst in Waffenmetall geleistet (Stichworte Beilgeld, Obolos), was aber nur zur Thesaurierung und nicht zur Wiederausgabe taugte. <strong>Der Herrscher bezahlt nicht in Waffen.</strong> Dies änderte sich erst, als mit Edelmetall gearbeitet werden konnte: Tribut darin und Wiederausgabe an machterhaltende Oberschichten bzw. Söldner, die sich wiederum damit aus den nach wie vor tributären Gebieten Güter holen konnten. So entstand der <em>Geldkreislauf der Macht</em>, den wir bis heute bestaunen können: Würde der Euro nicht als Steuerzahlungsmittel vorgeschrieben sein (GZ), würde er als wertloses Papier verschwinden.</p>
<blockquote><p>(Von ephemeren Versuchen, die fast immer in die gegenteilige Richtung gingen, also hin zu noch strikterem &quot;Herrschaftsgeld&quot;, einmal abgesehen.)</p>
</blockquote><p>Es geht nicht um Herrschaftsgeld in Form von Bezugsscheinen, sondern um Herrschaftsgeld in Form von Abgabenzahlungsmittel.</p>
<blockquote><p>Nicht einmal der Bolschewismus ganz am Anfang, der ja seiner revolutionären Zielsetzung nach wirklich ausschließlich das Wohl des Volkes im Auge hatte - oder das, was er darunter verstand, bildet da eine Ausnahme; obwohl man zumindest ganz am Anfang <span class="underline">ausdrücklich versuchte, das verhasste &quot;Herrschaftsgeld&quot; abzuschaffen</span>.</p>
</blockquote><p>Wozu? Wer es hätte abschaffen wollen (es gab ja Steuerrevolten noch und noch) hätte sich der riesigen Chance begeben, <strong>selbst</strong> Macht auszuüben, also komfortabler - eben als neuer <strong>Herrscher</strong> - zu leben und Abgaben über das Herrschaftsgeld zu kassieren als sich mühsam wieder der Feldarbeit zum Selbsterhalt zuwenden zu müssen. <strong>So blöd ist nun wirklich niemand.</strong></p>
<blockquote><p>WARUM? Wie erklären Sie das? Wie erklären Sie überhaupt die weltweite Beachtung dieses angeblich von oben verordneten &quot;Gesetzes der Standardisierung der Abgaben in Form von Edelmetallgeld&quot;?</p>
</blockquote><p>Edelmetall war nur zum Kauf fremder Mächte bzw. von Kriegsmaterial von außerhalb vonnöten. Deshalb wurde es doch von der Macht genutzt (die attischen Goldprägungen nach dem vergeigten Krieg gegen Sparta, die römischen Prägungen in Gold [!] nach Cannae; damit wurden doch <span class="underline">nicht die <em>eigenen</em> Leute bezahlt</span>!).</p>
<blockquote><p>Galiani irrte also wohl, als er 1751 folgendes schrieb; - worin genau aber bestand sein Irrtum? Ich erlaube mir wie folgt zu zitieren:</p>
</blockquote><blockquote><p>&quot;Die Vorstellung, daß sich seinerzeit alle... ['Machthalter' der Welt mit den Delegierten der von Ihnen beherrschten Völker] ... zusammengefunden und [per Gesetz] vereinbart hätten, die Edelmetalle, für die man im Grunde keine Verwendung hatte, als Geld zu gebrauchen, und daß Gold und Silber auf diese Weise ihren Wert bekommen hätten, ist einfach lachhaft. Wo gäbe es denn jemals eine solche Zusammenkunft des ganzen Menschengeschlechts? Zu welcher Zeit und an welchem Ort hätte sie stattgefunden?</p>
</blockquote><p>Nicht das Menschengeschlecht ist zusammengekommen, um da etwas zu vereinbaren, sondern es waren die <strong>Herrscher</strong> bzw. Staatsmächte, die das unter sich ausmachten.</p>
<p>Nahmen wir einen der bekannten Amarna-Briefe (14. Jh. BC), es schreibt der babylonische <strong>Herrscher</strong> Burnaburias an <strong>Pharao</strong> Amenhotep IV. von Ägypten: &quot;Die 20 Minen (Gold), die Dein Bote brachte waren nicht 'voll'. Als wir sie in den Ofen schickten, kamen nur 5 Minen heraus.&quot; </p>
<p>Oder den <span class="underline">Staats</span>vertrag zwischen <strong>Phokäa und Mytilene</strong> (ca. 400 BC), worin schwere Strafen für die beiderseitigen Münzmeister vereinbart wurden, sollten sie untergewichtig oder -wertig ausprägen: &quot;Wenn er (der Legierer, es handelte sich um standardisiertes Elektron, wie es seit Kroisos nach der Trennung von Gold und Silber <strong>neu</strong> und standardisiert gemischt wurde) aber überführt wird, das Gold absichtlich geringhaltiger gemischt zu haben, soll er mit dem Tode bestraft werden.&quot;</p>
<p>Wo bleibt da der <em>private</em> Kaufmann? Der hat sein Risiko zu tragen und fertig.</p>
<blockquote><p>Und wer waren die Abgeordneten, die für die Spanier, die Chinesen, die Goten und die Afrikaner eine Vereinbarung aushandelten, die so dauerhaft war, daß sie später Jahrhunderte hindurch ohne Verstöße respektiert wurde; und zwar sogar dann noch, als ein Volk von der Existenz des anderen überhaupt nichts mehr wußte? Die Barbaren, die das Römische Reich zerstörten, wären ebenso wie die Römer, die es verteidigten, in diesem einen Punkt vertragstreu geblieben, nämlich Gold und Silber als Reichtum anzusehen, während sie sonst in allem und jedem erbitterte Feinde und Gegner waren. Nein, nein: Wenn alle Menschen in einer Sache völlig übereinstimmen und Jahrhunderte hindurch bei ihrer Ansicht bleiben, so müßte eine solche Vereinbarung entweder schon am Fuße des Turmes von Babylon oder am Ausgang der Arche Noahs getroffen worden sein, was unwahrscheinlich ist, oder man muß vielmehr feststellen, daß das diesbezügliche Einverständnis aller Menschen über diesen Gegenstand auf den natürlichen Gegebenheiten unseres Wesens sowie auf der inneren Beschaffenheit der Sache selbst beruhen muß.</p>
</blockquote><p>Das hat mit <em>natürlich</em> absolut nichts zu tun. Es handelt sich ausschließlich um die Frage, ob das Edelmetall (und welches) irgendwo <strong>Zwangsabgabe</strong> war oder nicht.</p>
<blockquote><p>Denn nur diese sind wirklich immer gleich und waren es zu allen Zeiten. Diese meine Auffassung läßt sich bis zum Punkte unmittelbarer Evidenz beweisen…&quot;</p>
</blockquote><p>Dies widerlegt bereits das Gold der Praekolumbianer. Das war den Menschen dort völlig wurscht, die in Panama beschwerten damit ihre Netze. Im Sudan, wo viel Oberflächen-Gold gefunden wurde, legte man die Gefangenen in buchstäblich goldene Fesseln. Es war absolut kein Reichtum, sondern Gebrauchsmetall. Die Westgoten und Langobarden (siehe Popeyes Quelle weiter unten) konnten noch mit Gold arbeiten, beim berühmten Münzgesetz Karls des Großen (1 = 20 = 12) kommt Gold mit keinem Wort vor.</p>
<p><strong>Die römische Macht, die Steuern <span class="underline">ausschließlich</span> in Gold abforderte, war verschwunden. Und Silber war <em>in</em> - siehe dann die immensen Silber-Tribute à la Danegeld.</strong></p>
<p>Abgesehen davon haben wir einen bösen Dissens zwischen Galiani und der Hume/Hayek-Schalmai: Galiani sieht eine <em>Übereinstimmung</em> (Einverständnis) aller Menschen <strong>ex ante</strong>, was das Edelmetall betrifft, also ab Arche Noah oder noch weiter zurück. Hayek sieht dagegen einen <em>evolutorischen</em> Prozess in sämtlichen sozialen Belangen bis hin zur <em>spontanen Ordnung</em>, wozu auch <em>Geld</em> gehören sollte:</p>
<p><strong>&quot;... die geeignetsten Regeln erfinden, weil jene, die sich <span class="underline">natürlich und allmählich (!) im Prozess des Wachstums (!) der Gesellschaft</span> herausgebildet haben...&quot;</strong></p>
<p>Geld kann Hayek, so wir Galiani folgen, also nicht gemeint haben. Denn das war ja <em>von Anfang an</em> als <em>Gegenstand auf den natürlichen Gegebenheiten unseres (!)Wesens (beruhend)</em> da.</p>
<p>Wie beruhigend für mich.</p>
<p>Hayeks schöne Vermutung, <strong><em>dass keine einzelne menschliche Intelligenz dazu fähig ist, die geeignetsten abstrakten Regeln zu erfinden</em></strong> führt zu meiner Gegen-Vermutung, dass ihm das Phänomen des Herrschers nicht geläufig war. Der musste noch nicht mal intelligent sein, um Tribute &amp; Abgaben in dem zu fordern, was er sich so am Morgen nach dem Besäufnis so vorgestellt hat.</p>
<p>Und Gruß! </p>
<p>~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~</p>
<p>Wir haben <em>mit dem Debitismus eine unsere Wahrnehmung der Welt doch gewaltig verändernde Erklärung des Systems vor Augen</em>, deren Verschriftung <strong>zunächst als Kontrollinstrument wirtschaftlicher Vorgänge</strong> diente, und erst später <strong>zu jenem universellen Instrument der Kommunikation und dauerhaften Darstellung von Sprache</strong> wurde, <strong>als das wir sie heute kennen</strong>. </p>
<p>Der Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure (1857 – 1913) zeigte, dass sprachliche Zeichen die Welt nicht einfach so wiedergeben, wie sie ist, sondern, dass deren Bedeutung erst im Zeichensystem der Sprache konstituiert wird – sie schaffen eine nur im Gehirn sich abbildende Realität, die die Gesamtheit der <em>Simulationen der Welt</em> umfasst, die unser <em>Vorstellungsvermögen fesseln, um die Wahrheit zu erfahren</em>. Ashitakas Sätze: <em>Die Wirklichkeit ist niemals mit einem Bewusstsein zu greifen, niemals Bewusstseinsinhalt. Es gibt immer nur Facetten der Wirklichkeit</em> und de Saussures Erkenntnisse führen auf den Kern, dem <em>Analogen</em>, als die <strong>Abgabe ex nihilo</strong>, die in Verbindung mit <em>Termin</em> und <em>Sanktion</em> die Grundlage des machtbasierten Debitismus ist. </p>
<p>Angesichts des ausufernden Zeichensystems der <em> aristotelisch-parmenideischen</em> Darstellung debitistischer Zusammenhänge, die ich nicht wiederholen möchte, ist es vielleicht sinnvoll das zwischen Harmonie und Disharmonie umschlagendes Machtprinzip auf die denkökonomischeren hermetischen Prinzipien zu gründen. Trumps auserkorene Stabschefin Susan Wiles hat als ehemalige Beraterin von Ronald Reagan, H.W. Bush und Ron DeSantis sicherlich durch ihren Arbeitgeber Kenntnis von Ibn Khalduns hermetische Interpretation des Aufstiegs und Niedergangs von Imperien bekommen.<br />
 <br />
Die Folgen der - wegen der beginnenden Schließung der Potenzialräume - nur als hermetische Entsprechung zu verstehenden und alles bestimmenden Bevölkerungsreduktion sind im Rahmen der debitistischen Deutungsversuche noch gar nicht ausreichend in Betracht gezogen worden.  </p>
<p>Es gilt, die überkommenden Darstellungsweisen zu überwinden, sich neuen zu öffnen und Gruß – Ostfriese</p>
]]></content:encoded>
<link>https://dasgelbeforum.net/index.php?id=663001</link>
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<pubDate>Sat, 09 Nov 2024 15:50:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ostfriese</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Die strategische Antwort gibt vlt. der Debitismus (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne die Erfindung des Geldes wäre Vieles nicht möglich gewesen.<br />
Dummes und Schlaues, Gutes und Schlechtes.</p>
<p>Primitiv gesagt: Wenn Geld nur ein Tauschmittel wäre... .(Was die Entwickler zu Recht immer klar gestellt haben, das Geld eben kein Tauschmittel ist.)</p>
<p>Auf der einen Seite:<br />
Kein Raketenprogramm zum Mars könnte mit Geldvermögen zur heutigen Zeit bewerkstelligt werden. (Nur durch Verschuldung mit Blick in die Zukunft realisierbar.)</p>
<p>Auf der anderen Seite: Ohne Geld wäre Vieles schwieriger, hätte die Zivilisation sich nicht entwickelt. Auch Verschuldung kaum in höherem Maße ohne Geld möglich.</p>
<p>Wobei ich bewusst offen lasse, ob die Zivilisationsentwicklung positive oder negative Folgen hatte.</p>
<p>Wir werden eben nicht sehen, wie das ausgeht.</p>
<p>Hegel:</p>
<p>&quot;Denn alles, was besteht, ist Wert, dass es zu Grunde geht.&quot;</p>
<p>@Ostfriese, übernimmst Du?<br />
Schonungslos mit mir.<br />
Wir wollen, dass das Gelbe weiter kommt.</p>
<p>LG<br />
D-Marker (ungeimpft)</p>
]]></content:encoded>
<link>https://dasgelbeforum.net/index.php?id=662950</link>
<guid>https://dasgelbeforum.net/index.php?id=662950</guid>
<pubDate>Fri, 08 Nov 2024 20:23:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>D-Marker</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Link-Tip:  Excobars &quot;Zukunftsprognose&quot; der Trumpregierung</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://uncutnews.ch/pepe-escobar-trump-beben/">https://uncutnews.ch/pepe-escobar-trump-beben/</a></p>
<p>Gruß Dieter</p>
]]></content:encoded>
<link>https://dasgelbeforum.net/index.php?id=662948</link>
<guid>https://dasgelbeforum.net/index.php?id=662948</guid>
<pubDate>Fri, 08 Nov 2024 20:01:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dieter</dc:creator>
</item>
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